3 Sterne BewertungGesamtwertung

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AKAD

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3 Bewertungen

Letzte Bewertung:

04.07.2012 (alle Bewertungen ansehen)

31.03.2012

AKAD

4 Sterne Bewertung

Im konventionellen Diplomstudiengang BWL erhielt ich ca. 1,5 m Studienmaterial in Form von knapp 200 Lektionen. Deren Aktualität war unterschiedlich, insbesondere EDV war sehr veraltet, während wir in Recht und Steuern regelmäßig Ergänzungen und Berichtungen zugesandt bekamen. Die damals noch obligatorisch einzusendenden Aufgaben waren eine gute Selbsthilfe, wenn man sie denn selbst gemacht hat;-) Die Lektionen selbst waren von Dozenten geschriebene, ca. 80 bis 150 Seiten dicke Hefte, die durch Kontrollfragen und eine Zusammenfassung gut im Zeitrahmen (Empfehlung der AKAD: Ca. 2 bis 3 Stunden täglich) durchzuarbeiten waren.
Für jedes Fach gab es im Grundstudium Präsensseminare im gesamten Bundesgebiet, die zeitlich nicht parallel liefen, so daß man das gleiche Seminar zwei Wochen später statt z.B. in Pinneberg in Frankfurt besuchen konnte. Diese Flexibilität ging natürlich zulasten der Reisekasse, wenngleich man im Gegenzug durch die gute Vernetzung mit anderen Studenten über Mailinglisten und eine Yahoo-Group Erfahrungen zu den Dozenten austauschen konnte und sich gezielt zu vermeintlich besseren Seminaren an anderen Standorten anmelden konnte.
Im Hauptstudium war der Präsensunterricht in Blocks eingeteilt, die aneinandergereiht bis zu sechs Tage betrugen, aber bei geschickter Urlaubseinteilung (z.B. über einen Jahreswechsel hinweg) zu organisieren waren.
Die rund 30 Klausuren und das Kolloquium waren fair. Auch die Betreuung in den Studienzentren war größtenteils ok, wenngleich man öfters auf Fragen zu Lektionen (z.B. Fehleranmerkungen) warten mußte.
Einen virtuellen Campus bzw. eine online-Hochschule wurde erst zu Ende meines Studiums eingeführt.
Die Anmeldung zu Seminaren klappte reibungslos (damals noch mit Fax); in einem Fall rief mich die Kanzlerin persönlich an, ob ich den Seminarort für eine Woche ändern würde, weil die Dozentin erkrankt sei und ich der einzige Teilnehmer wäre. Warum nicht - es sparte mir ein halbes Jahr ein.

Im Master-Aufbaustudium an der zur AKAD gehörenden Wissenschaftlichen Hochschule Lahr (WHL) hatte sich acht Jahre später viel geändert.
Erstens bestand mein Studienmaterial neben knapp 20 sehr aktuellen Büchern aus sogenannten Readern, die auf ca. 80 bis 120 Seiten Originalliteratur in Kopierform boten und mit Anmerkungen, Kontrollfragen und Einsendeheften in Begleitheften das Bearbeiten leiteten.
Weiterhin gibt es nunmehr eine Virtuelle Hochschule (VH), in der die Unterrichtsscripte, alte Klausuren und sonstige Informationen zum Studium zu finden sind und über die man sich zu allen Seminaren und Prüfungen anzumelden hat. Gelegentlich zickte die VH, insbesondere bei Umstellung auf ein neues Campus Management System.
Drittens gibt es kein Kolloquium sondern während des Studiums zwei bis drei mündliche Prüfungen; man wird mit Bestehen der Masterthesis rückwirkend zum Abgabetermin exmatrikuliert. Anstelle einer Feier nach jedem Kolloquium findet einmal im Jahr eine Absolventenfeier in Lahr statt.
Zu den knapp 20 Klausuren kommen noch zwei Seminararbeiten, die vor den Kommilitonen zu präsentieren bzw. verteidigen sind.
Die Profs und deren wissenschaftliche Mitarbeiter waren fast ausnahmslos sehr motivierend, wenngleich die Fluktuation sehr hoch ist. Bei zwei Kommilitonen lag die Bearbeitungszeit der Masterthesis bei über fünf Monaten, meine erhielt ich binnen neun Wochen zurück! Die Betreuung durch das Team in Lahr war ausgezeichnet.
Aus geografischer Sicht ist es zu begrüßen, daß die WHL Ende 2012 nach Stuttgart zieht; die Lage der Unterrichtsräume in Lahr im ehem. Offizierskasino der kanadischen Armee ist traumhaft.